Key points are not available for this paper at this time.
Viele dachten, dass die neue Weltordnung, die von George Bush proklamiert wurde, das erfüllte Versprechen von 1945 war, eine Welt, in der internationale Institutionen, angeführt von den Vereinten Nationen, internationalen Frieden und Sicherheit mit aktiver Unterstützung der großen Mächte der Welt garantierten. Diese Weltordnung ist eine Chimäre. Selbst als liberal-internationalistisches Ideal ist sie bestenfalls nicht realisierbar und schlimmstenfalls gefährlich. Sie erfordert eine zentralisierte Regelungsautorität, eine Hierarchie von Institutionen und eine universelle Mitgliedschaft. Ebenso wichtig ist, dass die Bemühungen, eine solche Ordnung zu schaffen, gescheitert sind. Die Vereinten Nationen können nicht effektiv unabhängig von den großen Mächten funktionieren, die sie bilden, noch werden diese Nationen ihre Macht und Souveränität an eine internationale Institution abtreten. Bemühungen zur Erweiterung supranationaler Autorität, sei es durch das Büro des UN-Generalsekretärs, die Europäische Kommission oder die Welthandelsorganisation (WTO), haben konsequent eine Gegenreaktion unter den Mitgliedstaaten hervorgerufen. Die führende Alternative zum liberalen Internationalismus ist der neue Mittelalterismus, ein Zurück-in-die-Zukunft-Modell des 21. Jahrhunderts. Wo liberal-internationalistische Denker einen Bedarf an internationalen Regeln und Institutionen sehen, um die Probleme der Staaten zu lösen, proklamieren neue Mittelalterler das Ende des Nationalstaates. Weniger hyperbolisch beschreibt Jessica T. Mathews in ihrem Artikel „Power Shift“ in der Januar/Februar-Ausgabe 1997 von Foreign Affairs einen Wandel weg vom Staat, nach oben, unten und zur Seite, hin zu supra-staatlichen, sub-staatlichen und vor allem nichtstaatlichen Akteuren. Diese neuen Akteure haben multiple Loyalitäten und globale Reichweite.
Anne-Marie Slaughter (Mittwoch) untersuchte diese Frage.