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Übelkeit und Erbrechen werden in der Fachliteratur zur Palliativversorgung als häufige und belastende Symptome dargestellt, die die Mehrheit der Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und anderen lebensbegrenzenden Krankheiten betreffen. Neueste Umfragen deuten jedoch darauf hin, dass diese Symptome weniger häufig und störend sein können, als bisher berichtet wurde. Der Standardansatz in der Palliativversorgung zur Beurteilung und Behandlung von Übelkeit und Erbrechen basiert darauf, die Ursache zu ermitteln und diese dann in den "emesis Pathway" zurückzuführen, bevor Medikamente wie Dopaminantagonisten, Antihistaminika und anticholinerge Mittel verschrieben werden, die Neurotransmitter an verschiedenen Stellen entlang des Weges blockieren. Allerdings ist die Evidenzbasis für die Wirksamkeit dieses Ansatzes dürftig, was teilweise daran liegen könnte, dass die Relevanz der Neuropharmakologie des emetischen Weges für Palliativpatienten begrenzt ist. Viele Palliativpatienten sind über 65 Jahre alt, was den Einsatz dieser Mittel erschwert. Ein größeres Bewusstsein für Wechselwirkungen zwischen Medikamenten und QT(c)-Verlängerungen sind aufkommende Bedenken für alle Altersgruppen. Die selektiven Serotoninrezeptorantagonisten sind die sichersten Antiemetika, werden jedoch in vielen Ländern nicht in der ersten Linie verwendet, da es nur sehr wenig wissenschaftliche Grundlage oder klinische Evidence für ihren Einsatz außerhalb der lizenzierten Indikationen gibt. Cannabinoide könnten eine zunehmende Rolle spielen. Fortschritte in der interventionellen Gastroenterologie erweitern die Möglichkeiten für nicht-pharmakologische Behandlungen. Trotz dieser aufkommenden Probleme bleibt der Ansatz zur Übelkeit und Erbrechen, der in den letzten 40 Jahren in der Palliativmedizin entwickelt wurde, relevant. Er plädiert für eine sorgfältige klinische Evaluierung des Symptoms und der Person, die leidet, sowie für ein Verständnis der klinischen Pharmakologie der verfügbaren Medikamente zur Linderung dieser Symptome.
Glare et al. (Do.) haben diese Frage untersucht.
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