Erhöhen schwere und subsyndromale Depression die Mortalität durch alle Ursachen, Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall bei älteren Erwachsenen?
Schwere Depression bei älteren Erwachsenen ist unabhängig mit einem 2-fach erhöhten Risiko für Mortalität durch Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall assoziiert, während das Mortalitätsrisiko der subsyndromalen Depression weitgehend durch Komorbiditäten und Gesundheitsverhalten erklärt wird.
ZIELE: Untersuchen der Assoziationen zwischen schwerer und subsyndromaler Depression und der Mortalität durch alle Ursachen, Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall sowie das Ausmaß, in dem Gesundheitsverhalten, medizinische Komorbidität und funktionale Behinderung diese Assoziationen erklärten. METHODEN: Eine Kohorte von 1070 Personen im Alter von ≥60 mit Diagnosen der Geriatrischen Mentalen Verfassung (GMS) für schwere und subsyndromale Depression sowie Daten zu Gesundheitsverhalten (Rauchen, Alkohol, körperliche Aktivität) und körperlicher Komorbidität (Hypertonie, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen, Schlaganfall, chronische Lungenerkrankungen, Multikomorbidität und Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens) zu Studienbeginn (15. Feb 2003 - 30. Mär 2004) wurde bezüglich der Sterblichkeit von 1. Jan 2005 bis 31. Dez 2012 nachverfolgt. ERGEBNISSE: Schwere und subsyndromale Depression waren bei 5,1% bzw. 9,9% der Teilnehmer zu Beginn vorhanden. Das für Alter, Geschlecht, Ethnizität und Familienstand adjustierte Hazard Ratio (HR) für die Sterblichkeit durch alle Ursachen betrug 1,73 (95% CI, 1,11-2,67) für schwere Depression und 1,38 (95% CI, 0,96-1,97) für subsyndromale Depression. In hierarchischen Modellen verringerte die Hinzunahme von Gesundheitsverhalten und insbesondere körperlicher Komorbidität die HR-Schätzungen für die mit schwerer Depression assoziierte Sterblichkeit durch alle Ursachen erheblich (HR=1,39, 95% CI, 0,89-2,18) und subsyndromale Depression (HR=0,94, 95% CI, 0,64-1,37). Bei Kontrolle der Effekte aller Variablen war nur die schwere Depression signifikant mit einer erhöhten Sterblichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall assoziiert (HR=2,10, 95% CI, 1,07-4,11). FAZIT: Sowohl schwere als auch subsyndromale Depression waren mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert, hauptsächlich aufgrund gefährlicher Verhaltensweisen und körperlicher Komorbidität. Nur die schwere Depression war unabhängig mit einer übermäßigen Sterblichkeit durch Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall assoziiert.
Ho et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.