Wenn die Klientin ihre eigene Sachbearbeiterin wird: Verlagerung von Verantwortung durch digitale Selbsthilfe in der schwedischen öffentlichen Arbeitsverwaltung Mit einem ethnographischen Ansatz werden Erfahrungen von Vermittlungsfachkräften und Managern der öffentlichen Arbeitsvermittlung in Schweden untersucht, die sich im Zuge einer Umstellung auf digitalisierte Dienstleistungen gesammelt haben. Die Ergebnisse deuten auf einen Interessekonflikt zwischen unterschiedlichen Serviceidealen und ihnen zugrunde liegenden Bildern von den Personen hin, an die sich die öffentliche Arbeitsvermittlung richtet: dem verletzlichen Subjekt, welches persönliche Betreuung braucht (Vermittlungsfachkräfte), im Gegensatz zum kompetenten Individuum, welches bereit ist, mit Hilfe des digitalen Services selber Verantwortung für die Arbeitslosigkeit zu übernehmen (Führungskräfte). Der Artikel zeigt, dass die Einführung von digitalisierten Dienstleistungen zu einer Verantwortungsverschiebung führen kann, insofern Arbeitsuchende zu ihren eigenen Sachbearbeitenden werden. Diese Entwicklung birgt das Risiko in sich, dass sich schutzbedürftige Gruppen von Beschäftigungschancen entfernen.
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Wallinder et al. (2022) studied this question.
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