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Zusammenfassung Marine Sedimente beherbergen große Mengen Methan (CH4), ein potentes Treibhausgas. Quantitative Schätzungen zur Methanfreisetzung aus marinen Sedimenten sind rar, und eine schlecht eingrenzbare zeitliche Variabilität führt zu großen Unsicherheiten in den Methanemissionsszenarien. Hier nutzen wir 2-D- und 3-D-seismische Reflexion, Multibeam-Bathymetrie, geochemische und sedimentologische Daten, um (I) Pockmarken im Witch Ground Becken (zentrale Nordsee) zu kartieren und zu beschreiben, (II) die zugehörigen sedimentologischen und Fluidmigrationstrukturen zu charakterisieren und (III) die damit verbundene Methanfreisetzung zu analysieren. Mehr als 1.500 Pockmarken zweier unterschiedlicher morphologischer Klassen erstrecken sich über eine Fläche von 225 km². Die beiden Klassen bilden unabhängig voneinander und entsprechen mindestens zwei verschiedenen Fluidquellen. Pockmarken der Klasse 1 sind groß (>6 m tief, >250 m lang und >75 m breit), zeigen aktives Entlüften und befinden sich über vertikalen Fluidkanälen, die den Meeresboden hydraulisch mit tiefen Methanquellen verbinden. Pockmarken der Klasse 2, die 99,5 % aller Pockmarken ausmachen, sind kleiner (0,9–3,1 m tief, 26–140 m lang und 14–57 m breit) und auf die weichen, feinkörnigen Sedimente der Witch Ground Formation beschränkt, möglicherweise durch kompaktionbedingte Entwässerung verursacht. Begrabene Pockmarken innerhalb der Witch Ground Formation dokumentieren ausgeprägte Phasen der Pockmarkenbildung, wahrscheinlich ausgelöst durch externe Kräfte, die mit Umweltveränderungen nach der Deglazierung verbunden sind. Daher können die Treibhausgasemissionen aus Pockmarkfeldern nicht auf der Anzahl der Pockmarken und den gegenwärtigen Flüssen basieren, sondern erfordern eine Analyse der Prozesse zur Bildung von Pockmarken über geologische Zeiträume.
Böttner et al. (Do,) untersuchten diese Frage.
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