Nationale Fahnen haben eine bedeutende Rolle in der politischen und medialen Bildproduktion des historischen Faschismus gespielt. Die aktuelle Wiederzirkulation und Aktualisierung dieses Archivs der semiotischen Demagogie, das stets offen gehalten wurde, erweist sich als schwer verständlich und umständlich zu regulieren. Ausgehend von einem berüchtigten Ereignis in Berlin während des ersten Covid-Sommers, dem sogenannten "Sturm auf den Reichstag" am 29. August 2020, diskutiert dieser Essay: Aspekte bestehender sozial-anthropologischer Studien zu den totemischen Dimensionen und dem Totenkult, der in der Nazi-Ikonologie aktiviert wurde; wie dieses ikonologische Erbe in zeitgenössischen Manifestationen von rechtsextremen und neofaschistischen Protesten fortlebt (gerichtet gegen Gebäude und Flaggenprotokolle, die das Selbstverständnis liberaler Demokratien verkörpern); sowie Versuche, die semiotischen Manöver der Rechten durch den Einsatz umstrittener Fahnen rechtlich zu regulieren.
Tom Holert (Do,) hat diese Frage untersucht.