Master's thesis analyzes 'Barbie' film's critique of postfeminist gender norms, suggesting implications for feminist discourse.
Diese Masterarbeit untersucht Greta Gerwig’s 2023 prämierten Film Barbie als kulturellen Text, der postfeministische Ideen in der amerikanischen Popkultur kritisch beleuchtet. Rosalind Gills Definition eines Postfeminismus als Sensibilität, die durch Merkmale wie ästhetische Selbstermächtigung, Konsum, Individualismus und den Mythos der erreichten Geschlechtergerechtigkeit gekennzeichnet ist, dient als theoretisches Rahmenwerk. Durch Norman Faircloughs kritische Diskursanalyse (CDA) und die barthesianische Semiotik werden Narrativ, Dialoge, visuelle Motive und die Entwicklung der Charaktere kritisch analysiert, um die zentrale Forschungsfrage „Wie fordert der Film Barbie (2023) postfeministische Geschlechtervorstellungen heraus oder kehrt sie um?“ zu beantworten. Die Antwort dazu entwickelt sich in drei Phasen. Als erste Phase konstruiert der Film mit Barbie Land eine postfeministische Utopie, in der stereotype Geschlechterrollen umgekehrt werden, ohne die geschlechtliche Hierarchie aufzugeben. Durch ironische Voiceovers wird die neoliberale Gleichsetzung von symbolischer Repräsentation mit authentischer Machtverteilung hinterfragt, während in pastellfarbener Glamour-Ästhetik Weiblichkeit als perfektionistische Selbstermächtigungs-Performance inszeniert wird. In der zweiten Phase folgt der Zusammenbruch dieser postfeministischen Utopie aufgrund Barbies Existenzkrise. Durch komödiantische Überhöhung körperlicher Makel und die Einführung der Figur der Weird Barbie werden körperliche Perfektion als feminines Eigentum in Frage gestellt sowie ein postfeministisches Diversitätsversprechen als konditional entlarvt. Der Kontrast zwischen Barbie Land und der realen Welt eskaliert in der Satire, während Kens Einführung einer absurden Version des Patriarchats in Barbie Land die Reversibilität symbolischer feministischer Gewinne demonstriert. Im dritten Akt markiert Glorias Monolog eine Wende hin zu einer kollektivistischen Kritik. Ihre Rede entlarvt das postfeministische Versprechen von „having it all“ (Familie und Karriere) als in einer patriarchalen Gesellschaft unerreichbar. Das Konzept der stereotypen Männlichkeit wird durch die überzogene Performance der Kens ins Lächerliche gezogen, ohne in Absolution zu enden, da Barbies Handlungsstrang in der Ablehnung einer romantischen Auflösung endet. Zusammenfassend kritisiert Barbie strukturelle Ungleichheiten, indem sie das kollektive feministische Bewusstsein mit der individualisierten Performance verbindet. Diese Masterarbeit zeigt, wie Barbie postfeministische Tropen nutzt, um deren Erschöpfung sichtbar zu machen und Raum für strukturelle Fragestellungen zu schaffen. Der postfeministische Fokus auf weiße, heterosexuelle Weiblichkeit schließt jedoch queere, rassismuskritische und intersektionale Perspektiven aus, die weitere Rückschlüsse zur strukturellen feministischen Kritik in Barbie ermöglichen würden. Zudem können zukünftige empirische Analysen zur medialen Rückmeldung des Films Rückschlüsse auf dessen Rolle in vergangenen und aktuellen feministischen Diskursen geben.
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Michaela Pfeisinger (2026) studied this question.
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