Diese Arbeit untersucht das friedenspolitische Engagement der Europäischen Union in Mosambik in einem ressourcenreichen und (post-)konflikt Kontext. Vor dem Hintergrund bewaffneter Gewalt in Cabo Delgado, bedeutender Erdgasvorkommen und intensivierter Sicherheitskooperation analysiert sie, wie normative Verpflichtungen, strategische Interessen und ressourcenbezogene Dynamiken im außenpolitischen Handeln der EU ineinandergreifen. Auf Grundlage qualitativer Interviews, einer Dokumentenanalyse sowie eines theoretischen Rahmens, der von Debatten zu „Normative Power Europe“ (NPE) und kritischer Friedensförderung geprägt ist, rekonstruiert die Arbeit sowohl die institutionelle Selbstrepräsentation der EU als auch lokale Wahrnehmungen ihres Engagements. Die Ergebnisse zeigen, dass sich das EU-Friedensengagement nicht auf eine Dichotomie zwischen Werten und Interessen reduzieren lässt. Während normative Verpflichtungen zu Menschenrechten, Governance-Reformen und Partizipation klar institutionalisiert sind, erfolgt ihre Umsetzung innerhalb eines stabilisierungsorientierten Rahmens, der teilweise von Sicherheitskooperation und geopolitischen Erwägungen im Zusammenhang mit Ressourcen-Governance geprägt ist. Ressourceninteressen beeinflussen das EU-Engagement somit weniger durch explizite ökonomische Zielsetzungen innerhalb von Friedensprogrammen als vielmehr durch die strukturellen Bedingungen, unter denen Friedensförderung stattfindet. Die lokalen Wahrnehmungen spiegeln diese Ambivalenz wider: Die EU wird weitestgehend als verlässlicher und vergleichsweise progressiver Partner angesehen, ihre Glaubwürdigkeit bleibt jedoch kontextabhängig. Selektive Normdurchsetzung und bürokratische Interventionslogiken tragen zu einer wahrgenommenen Legitimationslücke bei und begrenzen das transformative Potenzial. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das EU-Friedensengagement in Mosambik eine hybride Form stabilisierender normativer Politik darstellt, die durch eine kontinuierliche Aushandlung zwischen Werten und strategischen Interessen in einem ressourcensensiblen Kontext gekennzeichnet ist.
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Mira Magdalena Grimm (2026) studied this question.
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