Hintergrund MEFV-Mutationen sind in mediterranen Populationen weit verbreitet, doch ihre potenzielle Rolle bei der Modulation der ankylosierenden Spondylitis (AS) ist nach wie vor unklar. Wir untersuchten, ob MEFV-Varianten als Suszeptibilitätsfaktoren fungieren oder den Krankheitsphänotyp über eine Interaktion mit HLA-B27 modifizieren. Methoden In dieser Querschnittsstudie wurden 129 AS-Patienten, die die modifizierten New-York-Kriterien erfüllten, 51 Kontrollen mit rheumatoider Arthritis und 58 gesunde Kontrollen mittels Pyrosequenzierung auf 11 MEFV-Mutationen genotypisiert. Der radiologische Schweregrad wurde anhand des Bath Ankylosing Spondylitis Radiographic Index (BASRI) bewertet, der von einem verblindeten Radiologen beurteilt wurde. Eine multivariate lineare Regression identifizierte unabhängige Prädiktoren für eine strukturelle Beteiligung unter Einbeziehung eines multiplikativen Interaktionsterms (HLA-B27×MEFV). Für Post-hoc-Analysen wurde eine Bonferroni-Korrektur angewendet. Ergebnisse Die MEFV-Trägerfrequenzen waren in allen Gruppen ähnlich (29,5 % bei AS, 29,4 % bei RA, 22,4 % bei Kontrollen; p = 0.582), was auf keine primäre Rolle bei der Suszeptibilität hinweist. In der multivariaten Analyse ohne Interaktion waren Krankheitsdauer (β = 0.379, p < 0.001) und männliches Geschlecht (β = 0.214, p = 0.017) unabhängige Prädiktoren für BASRI-Scores, wohingegen HLA-B27 und MEFV allein nicht signifikant waren. Der Einschluss des Interaktionsterms ergab einen signifikanten HLA-B27×MEFV-Effekt (β = 0.243, p = 0.012), was die Modellanpassung verbesserte (ΔR2 = 0.034). Doppelt-positive Patienten wiesen höhere BASRI-Scores auf als doppelt-negative (7,80 ± 4,15 vs. 4,80 ± 3,50; p = 0.008). Schlussfolgerung MEFV-Varianten erhöhen nicht die AS-Suszeptibilität, sind jedoch bei HLA-B27-positiven Patienten mit einer ausgeprägteren strukturellen Beteiligung assoziiert. Diese Interaktion identifiziert eine genetische Hochrisiko-Subgruppe in endemischen Populationen und unterstreicht die Bedeutung für eine frühzeitige Identifizierung und gezielte Überwachung.
Kaya et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.