ZUSAMMENFASSUNG Früh einsetzender kolorektaler Krebs (EOCRC), definiert als kolorektaler Krebs, der vor dem 50. Lebensjahr diagnostiziert wird, hat in den letzten Jahrzehnten deutlich zugenommen, insbesondere in einkommensstarken Ländern. Parallel dazu sind Fettleibigkeit und damit verbundene Stoffwechselstörungen sowohl bei Erwachsenen als auch bei jüngeren Bevölkerungsgruppen verbreiteter geworden, was die Möglichkeit aufwirft, dass überschüssiges Körperfett zur Veränderung der EOCRC-Belastung beiträgt. Epidemiologische Studien unterstützen zunehmend diese Assoziation, insbesondere für Fettleibigkeit im frühen Leben und anhaltende Stoffwechselstörungen. Die meisten EOCRC-Fälle sind sporadisch, was darauf hindeutet, dass Umwelt- und lebensstilbedingte Expositionen wahrscheinlich eine entscheidende Rolle spielen. Unter diesen könnte Fettleibigkeit besonders wichtig sein, da sie systemischen metabolischen Stress mit intestinaler Entzündung, mikrobieller Dysbiose und epigenetischen Veränderungen verbindet. Die Mechanismen, durch die Fettleibigkeit die frühe kolorektale Karzinogenese fördert, sind jedoch noch nicht vollständig definiert. In diesem Überblick untersuchen wir, wie Fettleibigkeit die Entwicklung von EOCRC in vier interagierenden Bereichen beeinflussen kann: chronische Entzündung, metabolische Umprogrammierung, Dysbiose der Darmmikrobiota und epigenetisches Remodelling. Wir erörtern auch, wie diese Wege während frühkindlicher Verwundbarkeitsfenster zusammenlaufen können und welche Auswirkungen dies auf Risikoidentifizierung, Prävention und frühe Interventionen bei jüngeren Bevölkerungsgruppen hat.
Liu et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.