Der Aufstieg der sanften Männlichkeit in sozialen Medien hat eine globale Debatte entfacht. Diese Studie untersucht den Hashtag #MaleMother (Männer mit ‚Brüsten‘, symbolisch oder physisch, die mütterliche Fürsorge zeigen) auf Xiaohongshu, einem aufkommenden Bollwerk des (pseudo)-Feminismus in China, um zu erkunden, wie junge Frauen online mit geschlechtsspezifischer Bedeutungsgebung umgehen. Mithilfe feministischer kritischer Diskursanalyse und kompositorischer Interpretation analysiert diese Studie die Diskurse und visuellen Bilder, die mit dem Hashtag verbunden sind. Die Ergebnisse zeigen, dass weibliche Nutzerinnen Wünsche nach mütterlicher Liebe auf männliche Partner projizieren und den Mythos der ‚guten‘ Mutterschaft als ein ‚Gegengift‘ zur ‚toxischen‘ Männlichkeit positionieren. Diese Fantasie der ‚männlichen Mutter‘ bietet eine mehrdeutige Vision von Empowerment: Sie hinterfragt dominante männliche Tropen durch Parodie und signalisiert das wachsende sexuelle Selbstbewusstsein von Frauen, indem sie die geschlechtsspezifischen Dynamiken des Blicks neu gestaltet. Gleichzeitig perpetuiert sie patriarchale Erwartungen an ‚gute‘ Mütter und bleibt mit hyper-masculinen Idealen kompliciert. Diese Studie theorisiert dieses Paradox als ein Update der Männlichkeit in post-feministischer Widersprüchlichkeit und trägt zu den Debatten über Männlichkeit, digitalen Feminismus und den weiblichen Blick in einem nicht-westlichen Kontext bei.
Jie Cui (Mittwoch) untersuchte diese Frage.