Die Forschung zu LGBTQIA+ Eltern ist nach wie vor begrenzt, insbesondere in Österreich, obwohl vorhandene Erkenntnisse darauf hindeuten, dass proximale Minderheitenstressoren wie internalisiertes Stigma und das Verbergen der eigenen Identität die Beziehungszufriedenheit beeinträchtigen können. Gleichzeitig hat sich gezeigt, dass soziale Unterstützung vor den negativen Auswirkungen von Minderheitenstress schützt. Diese Studie untersucht, ob proximale Minderheitenstressoren die Beziehungszufriedenheit negativ beeinflussen und ob dieser Zusammenhang durch soziale Unterstützung bzw. durch die Verbundenheit mit der LGBTQIA+ Community abgefedert werden kann. Unter Verwendung eines Querschnittsdesigns wurden Daten aus der ersten Erhebungswelle der Rainbow Austrian Longitudinal Family (RALF) – Studie herangezogen. Die Stichprobe bestand aus 105 österreichischen LGBTQIA+ Eltern (M = 40,04, SD = 6,36; 64,8 % cisgender Frauen, 21,9 % cisgender Männer, 13,3 % TINB-Personen (trans, inter, nicht-binär)), die anhand ihres aktuellen Beziehungsstatus (d. h. in mindestens einer romantischen Beziehung) ausgewählt wurden. Die Teilnehmenden füllten im Selbstbericht einen Online-Fragebogen aus, der proximalen Minderheitenstress, Beziehungszufriedenheit, Verbundenheit mit der LGBTQIA+ Community und soziale Unterstützung erfragte. Regressionsanalysen ergaben keinen signifikanten Einfluss proximaler Minderheitenstressoren auf die Beziehungszufriedenheit und keine Hinweise auf Pufferwirkungen. Internalisiertes Stigma stand jedoch in einem positiven Zusammenhang mit dem Verbergen der Identität, während soziale Unterstützung positiv mit der Beziehungszufriedenheit assoziiert war. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass Minderheitenstressprozesse bei LGBTQIA+ Eltern auf komplexere und kontextabhängigere Weise ablaufen könnten. Das Querschnittsdesign, eine relativ homogene Stichprobe sowie Rekrutierungsstrategien schränken kausale Interpretationen und die Verallgemeinerbarkeit ein und unterstreichen die Notwendigkeit vielfältigerer und longitudinaler Forschungsansätze.
Carlotta Hadeler (Wed,) studied this question.
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