Oper und Musicaltheater sind beides komplexe künstlerische Formen, die ähnliche Komponenten von Narration, Performance, Musik und Bewegung beinhalten. Trotz dieser Ähnlichkeiten werden Oper und Musicaltheater oft als unterschiedliche Bereiche aus pädagogischer, technischer und marketingtechnischer Sicht betrachtet. In der psychologischen Forschung zu Kunst und Ästhetik sind sowohl die Oper als auch die Musicalperformance nicht nur unterforscht, sondern wurden auch nicht gut theoretisiert, weder als unterschiedliche noch als verbundene Kunstformen. Daher präsentiert dieses Paper eine explorative qualitative Studie, die auf semi-strukturierten Interviews mit sechs professionellen Musicaldarstellern und sechs professionellen Opernsängern basiert, mit dem Ziel, die psychologischen Ergebnisse zu erkunden, die verschiedene Arten von Theatersängern erleben. Die Darsteller wurden gefragt, wie sie ihren Beruf angehen und beschreiben und wie sie die Priorität verschiedener technischer und psychologischer Elemente ihres Handwerks sehen. Durch eine thematische Analyse traten zwei Hauptthemen hervor: Denkgewohnheiten des Handelns (AHoM) und künstlerische Grenzen zwischen Darsteller und Charakter. Während der bestehende AHoM-Rahmen aus acht verschiedenen Fähigkeiten besteht, die mit dem Lernen des Spielens im konventionellen (d.h. nicht-musikalischen) Theater verbunden sind, diskutierten beide Arten von Darstellern die Nutzung von sieben der acht ursprünglichen AHoM, plus einem zusätzlichen aufkommenden Thema der „Offenheit für kontinuierliches Lernen“ in ihren Proben- und Aufführungspraxen. Als nächstes diskutierten alle Darsteller die Wichtigkeit, auf ihre eigenen Erfahrungen zurückzugreifen und gleichzeitig emotionale Distanz zu den Charakteren zu wahren, die sie darstellen. Die Psychologie, die der Art und Weise zugrunde liegt, wie Musical- und Operndarsteller proben und aufführen, könnte ähnlicher sein als unterschiedlich. Zukünftige Forschung könnte daher diese beiden Kontexte als psychologisch ähnlich betrachten, trotz technischer und genre-spezifischer Unterschiede.
Caruso et al. (Do,) untersuchten diese Frage.