Zusammenfassung Der Beitrag untersucht die Raumkonstitution der Markthalle Neun in Berlin-Kreuzberg im Spannungsfeld zwischen alltäglicher Nachbarschaftsnutzung und außeralltäglicher, touristisch geprägter Nutzung. Theoretischer Bezugspunkt ist Martina Löws Konzept des relationalen Raums, das Raum als Ergebnis sozialer Praktiken, materieller Anordnungen und atmosphärischer Wirkungen versteht. Methodisch basiert die Untersuchung auf ethnografisch orientierten Raumbeobachtungen, Raumskizzen und einer theoriegeleiteten Codierung, die in visuell-analytische Mappings überführt wurden. Diese dienen nicht nur der Illustration, sondern als Instrument zur Verdichtung und vergleichenden Auswertung unterschiedlicher Raumkonstitutionen. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Markthalle je nach Nutzungssituation deutlich unterschiedlich konstituiert: Während der Wochenmarkt primär als alltagsbezogener Versorgungs- und Begegnungsraum erscheint, wird der Streetfoodmarkt als verdichteter, konsum- und freizeitorientierter Eventraum hervorgebracht. Sichtbar werden dabei Überlagerungen und temporäre Überformungen von Raum, die Fragen von Teilhabe, Zugehörigkeit und Exklusion aufwerfen. Der Beitrag zeigt damit, wie sich an einem semi-öffentlichen urbanen Ort unterschiedliche Raumlogiken materialisieren und welche Spannungen daraus entstehen.
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Benjamin Gätzschmann (2026) studied this question.
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