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Es ist bekannt, dass Insomnie bei Frauen häufiger auftritt als bei Männern in allen Altersgruppen. In dieser Hinsicht ähnelt Insomnie anderen psychiatrischen Störungen, die bei Frauen häufiger vorkommen, wie Angst- und depressive Störungen. Da Insomnie häufig ein Symptom von Angst und Depression ist, bleibt die Frage offen, ob die Komorbidität mit psychiatrischen Störungen die Geschlechtsunterschiede in der Prävalenz von Insomnie vollständig erklärt oder ob Geschlecht den Schlaf unabhängig von psychiatrischen Erkrankungen beeinflusst. Wir haben die Schlafmessungen von Patienten mit primärer Insomnie (n=86) und einer alters- und geschlechtsgematchten gesunden Kontrollgruppe (n=86) mittels Polysomnographie analysiert; zusätzlich standen subjektive Bewertungsbögen für 70 Patienten und 54 Kontrollen, die im Durchschnittsalter und Geschlechterverhältnis abgestimmt waren, zur Verfügung. Überraschenderweise zeigten weder die Maßnahmen zur Schlafkontinuität (Schlafdauer, Schlafeffizienz, Erregungsindex und Wach%) noch der Anteil an Slow-Wave- oder REM-Schlaf signifikante Geschlechtsunterschiede in beiden Gruppen, den Insomniak und den gesunden Kontrollen. Auch subjektive Schätzungen der Schlafqualität waren in beiden Geschlechtern vergleichbar. Wie zu erwarten war, unterschieden sich Insomniak stark von der Kontrollgruppe in allen subjektiven Schlafmaßen. Die Polysomnographie zeigte eine signifikant reduzierte Schlafdauer und -effizienz, einen erhöhten Erregungsindex und leicht, aber signifikant weniger REM-Schlaf bei den Insomniaken im Vergleich zu den gesunden Kontrollen. Diese Studien deuten darauf hin, dass das Geschlecht, falls überhaupt, relativ wenig Einfluss auf den Schlaf an sich hat. Wir hypothesieren, dass die deutlichen Geschlechtsunterschiede in der Prävalenz von Insomnie hauptsächlich durch Geschlechtsunterschiede in der Prävalenz von Angst und Depression verursacht werden. Primäre Insomnie könnte, zumindest in einem Teil der Fälle, eine subklinische oder subthreshold Form von Angst oder Depression sein.
Voderholzer et al. (Wed,) haben diese Frage untersucht.