This article analyzes memorialization practices at the German Colonial School, uncovering evolving cultural debates over historical remembrance.
Der Gebäudekomplex der Deutschen Kolonialschule für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe GmbH in Witzenhausen umfasst ein ehemaliges Kloster, Wirtschaftsgebäude und Handwerkseinrichtungen, die auch schon vor der Kolonialschule in Witzenhausen vorhanden waren. Dieser Beitrag fokussiert auf die aktuelle Sichtbarkeit der Kolonialschule in verschiedenen baulichen Relikten. In einem weiteren Schritt wird aus erinnerungskultureller Perspektive analysiert, welche Erinnerungsmale heute noch sichtbar sind, welche verschwunden sind und wie sich die kritische Auseinandersetzung mit dem Ort an sich und den auf die Vergangenheit verweisenden Objekte über die Jahre entwickelt hat. Ein Schwerpunkt wird hier auf die Auseinandersetzung um die Büste des ersten Schulleiters Ernst Albert Fabarius (1859–1927) im ehemaligen Klosterinnenhof gelegt. Dabei wird auf das Ringen um diese Gedenkorte von unterschiedlichen Positionen her – an wen wird hier erinnert und woran soll erinnert werden? – eingegangen. Insbesondere die Verknüpfung mit der Erinnerungskultur an die Grausamkeiten des Nationalsozialismus erscheint notwendig und ist auch differenziert zu fassen. Die lebhaft und kontrovers geführten Debatten um diesen Kristallisationsort des deutschen Kolonialismus sind 125 Jahre nach Gründung dieser Bildungsanstalt in vollem Gange, gestalten sich jedoch deutlich konstruktiver und partizipativer als noch vor einem Vierteljahrhundert.
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Marion Hulverscheidt (2026) studied this question.
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