Der Beitrag erläutert eine neue Definition von Gewalt, um analytische Präzision in der Gewaltsoziologie zu erreichen.
Zusammenfassung Der Beitrag plädiert für eine begriffliche Neujustierung des Gewaltbegriffs und argumentiert, dass situationalistische und reflexive Konzepte zwar wichtige Einsichten liefern, jedoch insbesondere die sog. ‚reflexive Gewaltforschung‘ das Phänomen des Gewalthandelns aus dem Blick verliert. Zentraler Kritikpunkt ist die Annahme, Gewalt existiere ausschließlich als soziale Zuschreibung. Im Anschluss an Emile Durkheim wird eine alternative Perspektive entwickelt und mittels eines Ausschlussverfahrens ein enger Gewaltbegriff vorgeschlagen: Gewalt als Handlung ist das unmittelbare und zielgerichtete, (schmerzhafte) Verletzen eines Körpers. Im weiteren Argumentationsgang werden verbreitete Gewaltkonzepte mit diesem engen Gewaltbegriff verglichen, systematisch geprüft und zurückgewiesen. Der Beitrag schließt mit der These, dass eine analytisch scharfe Definition die Voraussetzung für eine theoretisch konsistente und empirisch tragfähige Gewaltsoziologie darstellt, die Gewalthandeln erklärt, ohne dessen gesellschaftliche Einbettung auszublenden.
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Thomas Kron (2026) studied this question.
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