Qualitative analysis of anti-gender actors' statements reveals strategies in political representation.
Angesichts des zunehmenden Backlash auf Fortschritte im Bezug auf Geschlechter- und sexueller Gleichberechtigung untersucht die Masterarbeit, wie sogenannte „Anti-Gender“-Akteur*innen in institutionalisierten Kontexten repräsentative Ansprüche geltend machen. Auf Basis konstruktivistischer Ansätze der politischen Repräsentation fragt die Arbeit, wie diese Akteur*innen rivalisierende Repräsentant*innen und beanspruchte Kollektive konstruieren und was ihre "Claims-Making Practices" über Prozesse der politischer Repräsentation in der Praxis offenbaren. Zur Beantwortung der Forschungsfrage führte die Arbeit eine qualitative Analyse der Stellungnahmen von Anti-Gender-Akteur*innen im Rahmen der öffentlichen Bürgerbefragung zur Reform des Gender Recognition Acts in Schottland (2019–2020) durch. Methodisch kombiniert die Arbeit die Representative Claims Analysis (de Wilde, 2013) mit einer thematischen Analyse (Clarke \& Braun, 2006). Das empirische Material umfasst 20 Stellungnahmen von 17 gender-kritischen Organisationen, die mittels kriteriumsbasierter Stichprobenziehung gewählt wurden. Insgesamt verdeutlichen die Ergebnisse der empirischen Analyse die strategische Funktion repräsentativer Anspruchsformulierung als eine Praxis, durch die politische Akteur*innen ihre jeweiligen politischen Positionen und Agenden legitimieren. Im Hinblick auf die Konstruktion rivalisierender Repräsentant*innen zeigt sich dabei ein konsistentes Muster negativer Zuschreibungen: Die schottische Regierung wird wiederholt als uninformierter und parteiischer Akteur dargestellt, während pro-reform-orientierte Interessengruppen als ideologisch motiviert und manipulativ charakterisiert werden. Parallel dazu konstruieren gender-kritische Organisationen Frauen als besonders schutzbedürftige Gruppe, die auf rechtliche Sicherungen zur Abwehr männlicher Gewalt angewiesen sei, und stellen den Gender Recognition Reform (Scotland) Bill als Bedrohung geschlechtsbasierter Rechte dar. Die Ergebnisse bestätigen drei zentrale Annahmen konstruktivistischer Repräsentationstheorien: (1) Politische Akteur*innen tragen aktiv zur Konstitution politischer Subjekte bei, (2) Adressat*innen repräsentativer Ansprüche sind nicht bloß passive Rezipient*innen, (3) politische Repräsentation ist ein Prozess, in dem Machtverhältnisse (re)produziert werden.
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Sarah Magdihs (2026) studied this question.
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