Politik ist Kampf um Macht, betonte der Soziologe Max Weber. Für Weber war das politische Machtfeld durchaus emotional, denn dieser Kampf müsse mit Leidenschaft betrieben werden. Das politische Machtfeld galt ihm freilich auch als männlich. Politik konnte Weber sich nicht als »Frauenberuf« vorstellen. Inzwischen ist der Frauenanteil in nationalen Parlamenten sukzessive nicht zuletzt durch Quotenregelungen gestiegen. Allerdings folgt aus Quotenregelungen nicht automatisch deren wirkungsvolle Umsetzung. Vielmehr sind Prozesse der Quoten-Implementierung durch aktiven und passiven Widerstand charakterisiert. Frauen werden so Machtpositionen bewusst vorenthalten. Dieser emotionale und affektive Widerstand greift das affektive Trennungsdispositiv der politischen Moderne bzw. moderner westlicher Politik auf, das Frauen emotionalisiert und daher als untauglich für den politischen Kampf um Macht stigmatisiert. Die Implementierung von Quoten ist eine maskulinistische affektive Form des Regierens. Die »Quotenfrau« ist nur ein diskursives Beispiel für die Beschämung und Disziplinierung von Frauen in der Politik. Der Artikel basiert auf einer vergleichenden Studie in 17 europäischen Ländern von Prozessen der Quotenimplementierung und unterschiedlichen Formen des Widersetzens gegen existierende Regelungen. Durch eine Affektperspektive soll zum einen deutlich werden, dass und wie diese Formen des Widerstands auf traditionelle maskulinistische Konstruktionen von Frauen als Fremde in der Politik oder als Bedrohung des guten Funktionierens von Politik zurückgreifen. Zum anderen legt diese Perspektive auch die nach wie vor existierenden Mechanismen männlicher Solidarität und Loyalität, das male bonding , die gegenseitige Bestärkung der »Geschlechtergleichen« offen. Widerstand gegen Quotenimplementierung ist eine affektive Praxis des Othering von Frauen, der Verhinderung ihres Zugangs zu Machtpositionen und der Selbstaffirmierung von Männlichkeit im politischen Raum, also der Öffnung eines politischen Macht- und Loyalitätsraum männlicher Ausschließlichkeit.
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Birgit Sauer (2026) studied this question.
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