Experimentelle Analyse zeigt Einfluss von Meinungen auf nachhaltige Politik und Gleichgewichtseffekte.
Zusammenfassung Nachhaltigkeit ist ein wichtiges Leitbild der Wirtschaftspolitik. Sie wird jedoch häufig durch kurzfristig orientierte Maßnahmen verdrängt, die langfristig ökologische, soziale und ökonomische Ziele unterlaufen. Markus Dertwinkel-Kalt und Christoph Feldhaus argumentieren, dass dies nicht zwingend auf klassisches Politikversagen oder Lobbying zurückzuführen ist; vielmehr können Fehlüberzeugungen der Wählerinnen und Wähler bezüglich Gleichgewichts- und Anpassungseffekten eine solche kurzsichtige Politik ebenfalls begünstigen. Auf Basis experimenteller Evidenz erörtern die Autoren sechs reale Beispielfälle kurzsichtiger Maßnahmen, die im Gleichgewicht unerwünschte oder sogar Pareto-ineffiziente Ergebnisse entstehen lassen könnten. Die Analyse legt nahe, dass Beratung und Kommunikation stärker auf Gleichgewichtseffekte fokussiert sein sollten, um nachhaltige wirtschaftspolitische Maßnahmen für Wählerinnen und Wähler nachvollziehbar und damit auch politisch durchsetzbar zu machen.
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Dertwinkel‐Kalt et al. (2026) studied this question.
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