Zusammenfassung Backpacking wird oft als nachhaltige Reiseform wahrgenommen, steht jedoch insbesondere aufgrund emissionsintensiver Langstreckenmobilität in einem grundlegenden Spannungsverhältnis zu diesem Anspruch. Die vorliegende Studie untersucht diesen Widerspruch und quantifiziert den Attitude-Behavior-Gap unter Backpacker*innen. Auf Basis einer quantitativen Online-Befragung von 150 internationalen Backpacker*innen zeigt sich eine messbare Diskrepanz zwischen Nachhaltigkeitseinstellungen und Verhalten. Während soziale und ökonomische Aspekte, etwa die Unterstützung lokaler Anbieter, vergleichsweise stark berücksichtigt werden, bleiben ökologische Dimensionen, beispielsweise die CO₂-Kompensation, meist vernachlässigt. Als zentrale Barrieren für nachhaltiges Verhalten erweisen sich weniger finanzielle Restriktionen als vielmehr habitualisierte und komfortorientierte Verhaltensmuster und tief verankerte psychologische Faktoren. Die Ergebnisse legen nahe, dass nachhaltiges Verhalten weniger durch normative Appelle als durch verhaltensbasierte Interventionen wie Nudging gefördert werden kann, indem nachhaltige Optionen zur einfachsten und attraktivsten Wahl gemacht werden. Die Studie leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Attitude-Behavior-Gap-Ansatzes, indem sie die Bedeutung psychologischer und habitualisierter Barrieren im Kontext nachhaltigen Backpackings empirisch herausarbeitet.
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Kress et al. (2026) studied this question.
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