Zusammenfassung Dieser Beitrag konzentriert sich auf die Transformation der mütterlichen Archetypen „Abraxas“ in Demian und „Urmutter“ in Narziß und Goldmund , um die sukzessive Aneignung des daoistischen Themas vom „dunklen Weib“ in Hermann Hesses Werken im Kontext der kulturgeschichtlichen Reaktualisierung des sog. „Mutterkults“ im frühen 20. Jahrhundert zu analysieren. Abraxas stellt eine symbolische Synthese aus gnostischer mythologischer Figur und daoistischen Elementen dar. Seine polare Dualität von Göttlichem und Teuflischem reflektiert die daoistische Vorstellung von der Einheit der Gegensätze. Diese Denkfigur fungiert als psychologisches Experiment zur Überwindung der geistigen Krise nach dem Ersten Weltkrieg sowie zur Förderung individueller Selbstentwicklung. Die Urmutter hingegen verkörpert den generativen Ursprung aller Dinge und steht damit in Analogie zum kosmologischen Konzept vom „Tor des dunklen Weibs“ im Daoismus. Die Unterschiede zwischen den beiden mythologischen Figuren spiegeln Hesses Entwicklungsprozess von der kreativen Aneignung der daoistischen Einheit binärer Oppositionen hin zu einem tiefgehenden ontologischen Einklang mit dem „dunklen Weib“ wider, wobei sich die Perspektive von der individuellen Existenz auf die kosmische Allgegenwart erweitert.
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Liu et al. (2026) studied this question.
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