Zusammenfassung Der Beitrag untersucht den Gesetzentwurf zur Einführung eines antragslosen Kindergeldes in Deutschland als Modellfall proaktiver Steuerleistungsverwaltung. Die Reform verspricht Bürokratieabbau, schnellere Leistungsgewährung und eine konsequentere Nutzung bereits vorhandener Verwaltungsdaten. Zugleich bleibt sie bewusst selektiv und risikosensibel ausgestaltet. Im Mittelpunkt stehen die Hybridstruktur zwischen Antragsverzicht und Begrüßungsschreiben, die Berechtigtenauswahl durch die Familienkasse, die fortbestehenden Mitwirkungspflichten trotz antragsloser Festsetzung sowie Inklusions- und Vollzugsfragen. Der Vergleich mit der österreichischen antraglosen Familienbeihilfe zeigt, dass proaktive Leistungsgewährung praktisch funktionieren kann, ihr Erfolg jedoch eine klare Kommunikationsarchitektur, belastbare Datenflüsse und rechtsstaatlich tragfähige Korrekturmechanismen voraussetzt.
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